Warum Seminare und Trainings nicht funktionieren

#business #training #seminare #personalentwicklung


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich, es sind zwei Tage in einem luxuriösen Hotel mit Wellnessbereich auf Kosten der Firma gebucht. In Kaffeepausen und abends im Restaurant wird üppig kredenzt und in der Bar bis in die Nacht gefeiert. Es ist wie ein kleiner Miniurlaub. Dann am zweiten Tag (hoffentlich etwas früher als fünf) beginnt die Abreise und am nächsten Tag beginnt wieder der Arbeitsalltag. Schön war's. Aber hat es was gebracht? Hier sind 6 Ursachen, warum die Wirkung verpufft:


#1 Es fehlt der strategische Rahmen

Die meisten Seminare in Unternehmen sind willkürlich angesetzt. Sie haben weder etwas mit den Anforderungen jener zu tun, die teilnehmen werden noch mit einer größeren Fragestellung, die beantwortet wird. Stattdessen werden Trainerinnen und Trainer nach ihren Feedbackbögen beurteilt und - erstaunlicherweise - im nächsten Jahr wieder gebucht mit demselben Programm.


#2 Es fehlt die Anwendbarkeit/Praxis

1084 Folien mit viel Text und wenig Interaktion sind die Lernkiller. Statt mit Übungen und aktiver Mitarbeit die Zeit zu gestalten, wird auf Theorie gesetzt frei nach dem Motto: Irgendwas wird schon hängen bleiben. Das Resultat ist Frustration aller Beteiligten. Woran erkennt man, dass es gut gelaufen ist? Die Zeit ging schneller rum als gedacht.


#3 Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen nicht im Vordergrund, sondern das Programm

In unseren Veranstaltungen, Seminaren und Workshops lautet die oberste Regel: alle abholen. Das bedeutet, ich möchte die Erwartungen, die Ziele, die Fragen, die Schwierigkeiten und Herausforderungen abfragen, bevor wir mit dem eigentlichen Programm starten. Die dürfen sich natürlich auf den Anlass beziehen. Ich möchte wissen, was beschäftigt die Menschen im Raum? Erst wenn ich das herausgefunden habe, kann ich auch dafür sorgen, dass die übergeordneten Ziele (strategischer Rahmen) erreicht werden.


#4 Es gibt keinen Raum für Spontaneität

Die Magie in Seminar- und Trainingsräumen entsteht immer dann, wenn das Programm und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anfangen miteinander zu "tanzen." Das können Beispiele, Anekdoten, Erkenntnisse sein oder es passiert etwas Unvorhergesehenes, beispielsweise in Übungen. Die Kunst ist nicht weiterzumachen nach Vorschrift, sondern jede Learning Opportunity zu nutzen.


#5 Es gibt keinen Action Plan

Manche sagen: "Wenn ich von 100 Ideen nur eine mitnehme und umsetze, dann hat sich das Seminar gelohnt." Damit bin ich nicht sonderlich zufrieden. Erstens setze ich höhere Ziele als nur eine brauchbare Idee zu liefern und zweitens weiß ich, wie viel von der einen Idee am nächsten Tag oder im nächsten Monat übrig bleibt. Mit den richtigen Werkzeugen (u.a. einem Action Plan) kann dafür gesorgt werden, dass die Umsetzung nicht im Keim erstickt wird, sondern dass stattdessen ein Stein ins Rollen gebracht wird, der nachhaltige Verbesserung erzielt.


#6 Es werden keine Resultate gemessen

Die wenigsten Unternehmen tracken die Wirkung eines Seminars oder wissen auch nur ansatzweise, wie sie das überprüfen wollen. Diese Fragestellung gehört in den strategischen Rahmen. Feedbackbögen sind KEIN valides Tool, um zu entscheiden, ob ein Training etwas gebracht hat. Stattdessen sollte man anhand von Fähigkeiten und gelebter Veränderung Kennzahlen (KPIs) definieren, die dann im Anschluss beobachtet und belohnt werden. Stattdessen werden Seminare und Trainings eingekauft wie Schuhe - nur dass man nicht darauf achtet, ob sie passen.


Welche Erfahrungen haben Sie mit Trainings und Seminaren gemacht? Welche Gründe sehen Sie, warum Seminare nicht funktionieren? Lassen Sie es uns wissen in den Kommentaren, auf LinkedIn oder per Mail. Wir freuen uns auf Ihren Input.


Über den Autor:


Marc Breetzke, M.A., M.A. ist internationaler Strategie- und Consulting-Experte. Als Autor, Speaker und Berater unterstützt er seit 2013 Unternehmen, Verbände und Einzelpersonen weltweit dabei, erfolgreicher zu werden. Mehr als 16.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben seine Veranstaltungen in über fünf Ländern besucht. Sein 2020 gestarteter deutschsprachiger Podcast hat bereits über 1.000 Zuhörerinnen und Zuhörer. Fragen, Kommentare oder Feedback senden Sie uns gerne unter team@marcbreetzke.com.


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