Die 6 Phasen der Transformationsevolution - wie Sie Change starten

Aktualisiert: 7. Jan.

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Unternehmen verändern sich, spätestens dann, wenn sie es müssen. Die meisten Unternehmen, mit denen ich in Kontakt stehe, merken, dass der Veränderungsdruck größer wird. "Wir können nicht mehr weitermachen wie bisher." Das ist die Standardaussage, die wir am häufigsten hören. Dieser erste Schritt ist richtig und wichtig, aber er darf nicht der letzte bleiben, sonst läuft Veränderung schief.


Phase 1: Pain

Wenn es zu einem Transformationsprozess kommt, dann weil diejenigen, die ihn anstoßen, glauben, dass es katastrophale Folgen haben wird, wenn keine Veränderung eintritt. Die Intensität mag variieren. Je größer die damit verbundenen Anstrengungen, desto größer die Angst vor potenziellen Gefahren und Risiken. Diese Phase drückt sich bei Führungskräften häufig aus, indem sie sagen "Noch stehen wir gut da, aber..."


Tipp: Je früher ein Transformationsprozess gestartet wird - also auch bei niedrigem Pain-Level, desto besser ist es. Es ist viel schwieriger erfolgreich Projekte umzusetzen, wenn gleichzeitig eine höchst problematische IST-Situation und Change-Anstrengungen eine Belastung darstellen als wenn "nur" letztere vorhanden sind.


Phase 2: Decision

Wenn die Pain-Phase einen bestimmten Schwellenwert erreicht, folgt darauf eine Phase der Entscheidung: "Bis hierhin und nicht weiter!" ist die Verbalisierung dieser Phase. Oder auch: "Genug ist genug." Hier liegt der Startpunkt für Change verborgen und auch gleichzeitig der wichtigste Motor. Der englische Begriff decision stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie "Wegschneiden." Die Entscheidung beinhaltet, dass wir nicht mehr auf die Problemseite schauen, sondern uns gezielt auf die Zielsetzung fokussieren


Tipp: Je länger in Unsicherheit und in einem emotionalen Zustand der Verwirrung verharrt wird, desto schwieriger wird es für alle Beteiligten und später auch bei der Umsetzung. Es ist besser schnell die falsche Entscheidung zu treffen (und dann zu korrigieren) als langsam keine Entscheidung zu fällen.


Phase 3: Vision, Goals & Key Results

In der dritten Phase geht es darum, die Zielsetzung und den SOLL-Zustand zu definieren. Wir wissen, was wir nicht wollen (Phase 1), was ist es also, was wir wollen? Das wollen wir ausführlich, klar und anschaulich festlegen.


Tipp: Das Zielbild sollte kommunizierbar, umsetzbar, ambitioniert und attraktiv sein (frei nach der BHAG-Formel von Jim Collins). Im besten Fall fokussieren wir uns auch darauf, diese Ziele in einer OKR-Form zu formulieren und aufzustellen mit dem qualitativen Objective und den quantitativen Key Results.


Phase 4: Team-Creation

In dieser Phase gilt es, die Personen in ein Projektteam zusammen zu packen, die den Nukleus der Veränderung und der Transformation bilden sollen. Sie werden die Pioniere sein, die diesen Prozess als erstes durchlaufen und gleichzeitig dann auch die Resultate und Success Stories nach außen tragen sollen.


Tipp: Wählen Sie Ihr Projektteam möglichst divers aus, sowohl was Persönlichkeiten angeht als auch Hierarchien. Indem Sie auch kritische Stimmen zu Beginn einfangen, erhalten Sie an späterer Stelle leichter Akzeptanz bei anderen.


Phase 5: Inspiration

Von Marshall Goldsmith gibt es ein gutes Buch mit dem Titel "What Got You Here, Won't Get You There." Frei übersetzt: Das, was Sie erfolgreich bis zu diesem Punkt gebracht hat, wird Sie nicht weiterbringen." All die Erfolge, die wir umgesetzt haben sind, wollen wir feiern. Wenn wir jedoch in die Zukunft schauen und sie gestalten wollen, dann können wir nicht zurückschauen. Das ist die Kernbotschaft, die dem Team mitgegeben werden sollte. Im nächsten Schritt geht es dann darum, die Zielsetzung zu kommunizieren.


Tipp: Kommunizieren Sie offen und transparent. Zeigen Sie nicht nur, wohin Sie wollen, sondern erklären Sie auch die Methodik und den Weg, den Sie gehen möchten, um die Zielsetzung zu erreichen. Fangen Sie Meinungen und Wordings auf und integrieren Sie sie in Ihr Vorgehen und in die nächsten Schritte.


Phase 6: Start

Jetzt geht es darum das umzusetzen, was Sie sich vorgenommen haben. Bleiben Sie am Ball und kommunizieren Sie kontinuierlich klar, transparent und offen die Fortschritte. Sorgen Sie dafür, dass die Motivation im Team vorhanden bleibt und halten Sie an Ihrer Methodik fest und - wenn Sie sie ändern - erklären Sie, warum.


Welche Phase ist die schwierigste? Wo steht Ihr Unternehmen? Lassen Sie uns darüber austauschen, wie Ihnen Transformation gelingt.



Über den Autor:


Marc Breetzke, M.A., M.A. ist internationaler Strategie-Experte. Als Autor, Speaker und Berater unterstützt er seit 2013 Unternehmen, Verbände und Einzelpersonen weltweit dabei, erfolgreicher zu werden. Mehr als 16.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben seine Veranstaltungen in über fünf Ländern besucht. Sein 2020 gestarteter deutschsprachiger Podcast hat bereits über 1.000 Zuhörerinnen und Zuhörer. Fragen, Kommentare oder Feedback senden Sie uns gerne unter team@marcbreetzke.com.


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